Online-Vortrag: Kurdischer Widerstand zwischen Iran und Syrien – Krise, Protest und Solidarität
Donnerstag, 29. Januar 2026 · 20:00 Uhr (MEZ) · Online
Kostenfrei · Anmeldung erforderlich (Zugangslink nach Registrierung)
Auf einen Blick
- Format: Online-Vortrag mit anschließendem Q&A
- Referentin: Dr. Dastan Jasim
- Moderation: Daniel Heinz (Geschäftsführer, pbb – Postmigrantische Bildung und Beratung gUG)
- Sprache: Deutsch (Fragen auch auf Deutsch oder Englisch möglich)
- Anmeldung: heinz@pbb-berlin.de (bis 28.01.2026)
Rojava/Nord- und Ostsyrien steht seit Anfang Januar 2026 erneut unter massivem militärischem Druck. Parallel dazu erschüttert eine neue Protestwelle den Iran.
In diesem Online-Vortrag ordnen wir aktuelle Entwicklungen ein, sprechen über Zusammenhänge mit Politik und Öffentlichkeit in Deutschland – und diskutieren, was wir konkret tun können.
Hintergrund und Ziel der Veranstaltung
Seit Anfang Januar 2026 steht Rojava (der von Kurd*innen verwaltete Teil Nord- und Ostsyriens bzw. der syrisch besetzte Teil Kurdistans) unter massivem militärischem Druck.
Am 6. Januar begann eine neue Offensive des syrischen Übergangsregimes und verbündeter Milizen gegen kurdische Viertel in Aleppo; die Angriffe weiteten sich rasch auf die ganze Region aus und bedrohen die Existenz der Demokratischen Autonomieverwaltung Nord- und Ostsyrien.
Trotz einer offiziell verkündeten Waffenruhe hält die Gewalt an – Berichte sprechen von schweren Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung.
Hintergrund der Eskalation ist der Sturz des Baath-Regimes 2024 und die Machtübernahme durch Hayat Tahrir al-Sham (HTS), eine Islamistengruppe, die inzwischen als prowestliche Übergangsregierung agiert.
Westliche Staaten wie die USA, Frankreich und Großbritannien haben sich gemeinsam mit der Türkei auf eine „Neuausrichtung“ Syriens geeinigt; die kurdischen Gebiete sollen in den Staat eingegliedert werden, und die türkische Armee erhält freie Hand, kurdische Strukturen zu zerschlagen.
Parallel dazu erschüttert eine neue Protestwelle den Iran. Auslöser war der dramatische Einbruch des iranischen Rial am 28. Dezember 2025; zunächst richteten sich die Demonstrationen gegen Inflation, Arbeitslosigkeit und niedrige Löhne,
entwickelten sich jedoch schnell zu landesweiten, regimekritischen Protesten. Die Führung reagierte mit brutaler Repression, teils mit tödlicher Gewalt und massiven Einschränkungen der Informationsfreiheit.
Menschenrechtsorganisationen berichten von sehr hohen Opferzahlen.
Die Proteste im Iran und der Krieg gegen Rojava stehen in einem gemeinsamen Kontext: Sie zeigen, wie autoritäre Regime in der Region demokratische Bewegungen und kurdische Autonomieprojekte mit Gewalt unterdrücken – und wie externe Machtinteressen diese Dynamiken beeinflussen.
In Deutschland leben viele Menschen mit kurdischer und iranischer Migrationsgeschichte; was dort geschieht, berührt auch unsere Gesellschaft.
Mit dieser Veranstaltung wollen wir informieren, einordnen, Perspektiven sichtbar machen und Handlungsoptionen diskutieren.
Unsere Referentin
Dr. Dastan Jasim ist Politikwissenschaftlerin, Research Fellow am GIGA-Institut für Nahoststudien (Hamburg) und arbeitet als Senior Data Scientist in Paris.
Sie analysiert seit Jahren die kurdischen Gesellschaften in allen vier besetzten Teilen – Syrien, Irak, Iran und der Türkei – und beschäftigt sich mit Demokratisierung, Dezentralisierung, Sicherheitsfragen und politischer Kultur.
Im Vortrag ordnet Dr. Jasim die Lage in Rojava ein, erläutert Hintergründe der iranischen Proteste und zeigt auf, wie die Ereignisse miteinander verknüpft sind.
Ablauf & Teilnahme
- Datum & Uhrzeit: Donnerstag, 29. Januar 2026, 20:00 Uhr (MEZ)
- Format: Online-Vortrag mit anschließender Fragerunde (Videokonferenz)
- Moderation: Daniel Heinz (pbb – Postmigrantische Bildung und Beratung gUG)
- Sprache: Deutsch; Fragen auch auf Deutsch oder Englisch
Nach dem Vortrag steht Dr. Jasim für Fragen und Diskussion zur Verfügung.
Wir möchten insbesondere Menschen mit kurdischer und/oder iranischer Perspektive ermutigen, Erfahrungen, Fragen und Einschätzungen einzubringen.
Anmeldung: Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist jedoch erforderlich, um den Zugangslink zu erhalten.
Bitte melde dich bis zum 28.01.2026: heinz@pbb-berlin.de
Förderung & Dank
Die Veranstaltung wird gefördert durch die Beauftragte des Senats für Partizipation, Migration und Integration.
Die Senatsverwaltung unterstützt Migrant*innenorganisationen mit flexiblen Förderprogrammen wie dem Partizipations- und Integrationsprogramm (PartIntP) und dem Integrationsfonds,
die darauf abzielen, die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Migrationsgeschichte zu stärken und ihr zivilgesellschaftliches Engagement sichtbar zu machen.
Wir danken der Beauftragten sowie der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung herzlich für diese Unterstützung.
So kannst du helfen
- Dich über die Lage in Rojava und im Iran informieren und verlässliche Quellen teilen.
- Organisationen unterstützen, die humanitäre Hilfe und Menschenrechtsarbeit in der Region leisten.
- Politische Vertreter*innen auf die Lage aufmerksam machen und klare Stellungnahmen einfordern.
- Am 29. Januar am Online-Gespräch teilnehmen – und weitere Menschen einladen.
Gemeinsam können wir ein Zeichen gegen Krieg und Unterdrückung setzen und demokratische sowie antifaschistische Bewegungen in Rojava und im Iran unterstützen.


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