Ankündigung „Leerstelle migrantische Gärten – Kunst, Gespräch & Ausblick“: gelber Holzpavillon mit Fotos im Garten; 7.11.2026, 19–24 Uhr, Oval Office Bar, Saladin-Schmitt-Str. 2, Bochum

Leerstelle migrantische Gärten – Abschlussabend am 7. November in Bochum

Abschlussabend · Samstag, 7. November 2026 · Oval Office Bar, Bochum · Eintritt frei

1 Vortrag 3 Künstlerinnen 19 Uhr Einlass 0 € Eintritt

Im September war ein Garten am Springorum-Radweg in Bochum-Süd eine Woche lang Ausstellungsort. Unter dem Titel „Leerstelle Migrantische Gärten“ fragten sieben künstlerische Positionen, warum migrantische Gärten im Ruhrgebiet kaum sichtbar sind, obwohl sie die Region seit Generationen prägen. Über 50 Gäste kamen zur Vernissage, über 50 zur Finissage und unter der Woche mehr als 100 weitere Besucher:innen.

Zum Abschluss von G.A.R.T.E.N. kommen wir in der Oval Office Bar in Bochum zusammen: mit einem Vortrag von Dr. Donja Hodaie über Gärten im Krieg und die aktuelle Situation im Iran und einem Gespräch mit den Künstlerinnen Lisa Jarzynski, Yasemin Bertel und Alla Zhyvotova. Danach bleibt Zeit für Austausch und Vernetzung – auch darüber, wie es mit dem Gartenprojekt weitergeht.

Die kuratorische Leitung der Ausstellung lag bei Hamide Sauer.

Programm

19:00 Uhr Einlass
19:15–20:00 Uhr Gärten im Krieg – Zur aktuellen Situation im Iran
Vortrag von Dr. Donja Hodaie. Der Vortrag nimmt die aktuelle Situation im Iran sowie die politischen, gesellschaftlichen und ökologischen Bedingungen von Krieg in den Blick.
20:00–20:15 Uhr Pause
20:15–21:30 Uhr Künstlerinnengespräch
Lisa Jarzynski, Yasemin Bertel und Alla Zhyvotova stellen ihre Arbeiten aus der Ausstellung vor und sprechen mit dem Publikum über migrantische Beteiligung im Ruhrgebiet.
ab 21:30 Uhr Austausch und Vernetzung
Wie geht es mit dem Gartenprojekt weiter – und wer macht mit? Die Bar ist bis 24 Uhr geöffnet.

Die Mitwirkenden

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Dr. Donja Hodaie · Vortrag

„Gärten im Krieg – Zur aktuellen Situation im Iran“ · 19:15–20:00 Uhr. Der Vortrag nimmt die aktuelle Situation im Iran sowie die politischen, gesellschaftlichen und ökologischen Bedingungen von Krieg in den Blick. Mit diesem Thema war Dr. Donja Hodaie bereits im September im Begleitprogramm der Ausstellung im Garten in Bochum-Süd zu Gast. Zum Projektabschluss greift sie es in der Oval Office Bar erneut auf.

Dr. Donja Hodaie promovierte unter anderem zu iranischen Staatsschutzdelikten und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den politischen und rechtlichen Machtstrukturen im Iran. Im Zentrum ihrer Forschung stehen der Staatsaufbau sowie der Umgang mit politischer Opposition – von der Pahlavi-Ära bis in die Zeit nach der Islamischen Revolution. Darüber hinaus befasst sie sich mit den Rechten von Frauen, queeren Menschen, religiösen und ethnischen Minderheiten im Iran.

Lisa Jarzynski · Soundinstallation

„Wiem że dzwoni, ale nie wiem w którym kościele“ – sinngemäß: „Ich weiß, dass es läutet, aber ich weiß nicht, in welcher Kirche.“ Lisa Jarzynskis Soundinstallation verbindet Field Recordings, Ton aus alten Familienfilmen und Aufnahmen aus familiären Zusammenhängen. Sie fragt nach Erinnerung, Verlust und Nähe – und danach, wie sich Menschen zwischen verschiedenen Zugehörigkeiten immer wieder verorten. Gärten erscheinen darin als familiäre Orte des Zusammenseins.

Lisa Jarzynski (*1993, Bochum) lebt und arbeitet in Berlin. Als Tochter einer polnischen Familie arbeitet sie künstlerisch und in der politischen Bildung. Sie studierte Kunst und Deutsch auf Lehramt in Dortmund und studiert Angewandte Kulturwissenschaft und Kultursemiotik in Potsdam. Künstlerisch arbeitet sie mit Sound und Malerei in den Gattungen Performance, Installation und Plastik zu Sprache, Sicherheit und Symbolen. Wissenschaftlich forscht sie zu Patriarchat, Antislawismus und Sexismus. Außerdem ist sie Head of Awareness im RSO.BERLIN.

Yasemin Bertel · Partizipative Installation

„Unkraut / Beikraut – was trotzdem wächst“ fragt: Wer entscheidet, was wachsen darf? Mit botanischen Schildern, Rezeptkarten und einer Teestelle am Samowar befragt Yasemin Bertels partizipative Installation Zuschreibungen wie „heimisch“, „fremd“ oder „nützlich“. Pflanzenwissen aus unterschiedlichen Küchen und Migrationsgeschichten macht den Garten zu einem Raum des Gegenwissens. Besucher:innen konnten eigene Erinnerungen und Rezeptfragmente ergänzen.

Yasemin Bertel verbindet als Medien- und Theaterwissenschaftlerin künstlerische Arbeit und Forschung. Sie beschäftigt sich mit Handlungsmacht, Zugehörigkeit und deren Grenzen, Postmigration und Antirassismus. Zu ihren Arbeitszusammenhängen zählen das »WUT Archiv« und Untersuchungen zum Theater als Ort der Erinnerungsarbeit. Sprache, Erinnerung und Beteiligung prägen ihre Praxis; in Workshops entstehen mit Teilnehmenden Found und Blackout Poetry. Für einen literarischen Beitrag erhielt sie eine Auszeichnung im Wettbewerb »60 Jahre Migration aus der Türkei«.

Alla Zhyvotova · Partizipative Performance

„Tränke brauen – Pflanzen, Wünsche und Erinnerungen“: Ausgehend vom Pflanzenwissen ihrer Großmutter entwickelte Alla Zhyvotova für G.A.R.T.E.N. eine partizipative Performance. Gemeinsam mit Besucher:innen wurden Pflanzen verarbeitet und persönliche Tränke in Tonfläschchen gefüllt. Welche Pflanze trägt die Süße unserer Träume? Welche hilft beim Verzeihen? Erinnerungen, Wünsche und geteilte Rezepte verbanden sich zu einer Praxis zwischen Fürsorge, Küche und Ritual.

Alla Zhyvotova, 1997 in Kyjiw in der Ukraine geboren, lebt und arbeitet als bildende Künstlerin in Essen. Sie studierte Freie Kunst an der Kunstakademie Münster. Ihre Praxis beschäftigt sich mit Veränderung, Vergänglichkeit und den Spuren, die Zeit hinterlässt.

Ort und Anfahrt

Oval Office Bar, Bochum

Saladin-Schmitt-Str. 2 · 44789 Bochum

Samstag, 7. November 2026
Einlass: 19 Uhr · Programm: 19:15–21:30 Uhr · Bar: bis 24 Uhr

Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich. Die Bar wird vom Kollektiv des KosmoPolis e.V. betrieben: Der Tresen arbeitet solidarisch und spendenbasiert.
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Über das Projekt

G.A.R.T.E.N. steht für GegenwartsAneignung: Räume, Teilhabe, Erinnerung & Neuordnung. Das politisch-künstlerische Projekt der pbb – Postmigrantische Bildung und Beratung gUG verbindet künstlerische Feldforschung mit politischer Bildungsarbeit und fragt: Was lernen wir durch die Perspektive von Gärten über Migration und Demokratie?

Vom 12. bis 20. September 2026 zeigte die Ausstellung „Leerstelle Migrantische Gärten“ im Garten am Springorum-Radweg sieben künstlerische Positionen: Paula Rebekka Bakum, David Bakum, Yasemin Bertel, Julia Charakter, Lisa Jarzynski, Brigitte Kraemer und Alla Zhyvotova. Das Titelbild zeigt „Der Garten, den wir uns gebaut haben“ von Paula Rebekka und David Bakum. Nach dem Bochumer Abschluss trägt das Projekt seine Fragen am 26. November 2026 ins makroscope nach Mülheim an der Ruhr.

Zur Ausstellung im September


pbb

postmigrantische bildung & beratung

Gefördert von Interkultur Ruhr und dem Regionalverband Ruhr. Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. In Kooperation mit der Oval Office Bar (KosmoPolis e.V.). Kuratorische Leitung der Ausstellung: Hamide Sauer. Fotos: Jonas Eckert. Titelbild: „Der Garten, den wir uns gebaut haben“ von Paula Rebekka und David Bakum. pbb – Postmigrantische Bildung und Beratung gUG (haftungsbeschränkt) · pbb-berlin.de · @pbb.berlin


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